In Reutlingen, direkt angrenzend an das Neubaugebiet Stuttgarter Tor, entsteht ein neues, gemischt genutztes Quartier mit Wohnen, Gewerbe und einem Hochpunkt. Mit öffentlichen Plätzen, gemeinschaftlichen Freiräumen und nachhaltigen Konzepten wird hier ein vielfältiger und lebendiger Stadtraum entwickelt.
Die städtebauliche Konzeption nimmt Bezug auf die umgebende Bebauung und schafft durch eine differenzierte Höhenentwicklung eine fein gegliederte Silhouette. Zum nördlichen Freiraum staffeln sich die Gebäude ab, während der 17-geschossige Hochpunkt entlang der Burkhardt-Weber-Straße den Auftakt zum zentralen Platz als eigenständige Adresse markiert und zugleich auf den Hochpunkt des angrenzenden Stuttgarter Tors reagiert. Zur Straße hin definiert die Bebauung eine klare städtische Kante, während Durchwegungen unterschiedliche Zugänge und Freiräume schaffen und das Quartier mit seinem Umfeld verknüpfen.
Zwei öffentliche Platzräume bilden die zentralen Adressen des Quartiers. Der südliche Platz mit Zugängen zu Einzelhandel und Gastronomie belebt den angrenzenden Stadtraum, während der nördliche Platz als quartiersbezogener Begegnungs- und Aufenthaltsort dient.
Der Sockelbereich mit seinen öffentlichen und gewerblichen Nutzungen bildet die lebendige Basis des Quartiers. Flexibel schaltbare Gewerbeflächen mit attraktiver Adressbildung bespielen und beleben den angrenzenden Straßenraum und gewährleisten zugleich eine Reduzierung der Untergeschosse. Einzelhandel und Gastronomie orientieren sich insbesondere zu den öffentlichen Plätzen.
Über der öffentlichen Sockelzone liegt der erhöhte Innenhof als gemeinschaftliche Freiraumebene. Großzügige Treppenanlagen verbinden ihn mit dem öffentlichen Stadtraum. Die begrünte Hofmitte, welche als zusammenhängender Freiraum ausgebildet und durch Spiel-, Aufenthalts- und Begegnungsbereiche gegliedert ist, schafft einen geschützten Nachbarschaftsort mit hoher Aufenthaltsqualität.
Darüber entsteht ein vielfältiger Wohnungsmix aus 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen im geförderten und frei finanzierten Wohnungsbau. Durchgesteckte Grundrisse mit Orientierung zu den abgeschirmten Innenhöfen gewährleisten hohe Wohnqualität, gute Belichtung und schützen die Wohnbereiche vor Lärm aus dem Umfeld. Die Dachfläche des Hochpunkts wird als öffentlich zugänglicher Ort mit einer Bar und Blick über Reutlingen ausgebildet.
Das Nachhaltigkeitskonzept verbindet Energieeffizienz, Klimaanpassung und Biodiversität. Gründächer, Photovoltaikanlagen sowie Begrünungs- und Fassadenmaßnahmen reduzieren Energieverbrauch und verbessern das Mikroklima. Retentionsflächen und extensive Dachbegrünungen unterstützen den Wasserhaushalt und fördern die Biodiversität. Die Hofhäuser werden in Holzbauweise errichtet, das Hochhaus als Holz-Beton-Hybrid mit CO₂-reduziertem Beton.
Wettbewerb:
Fachplaner:
Terra.Nova Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung)
str.ucture GmbH (Statik)
Akustik-Ingenieurbüro Moll GmbH (Akustik)
hpp Berlin (Brandschutz)
Transsolar Energietechnik GmbH (Energiekonzept)
Visualisierung:
Flooer