Medienhaus Neue Pressegesellschaft, Ulm

Realisiert 2026
Wettbewerb 2021
Ort: Ulm
Thema: Büro
Bauherr: Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG
Bruttogrundfläche: 17.700 m²
Leistungsphasen: LPH 1–5

An der Olgastraße, unweit des Ulmer Stadtzentrums, wurde das Medienhaus im spannungsvollen Zusammenspiel von Funktionalität, räumlicher Atmosphäre und notwendiger Selbstdarstellung realisiert. Verschiedene Dienste und Organisationen an einem Ort zu zentralisieren ist Bestandteil der unternehmensstrategischen Ausrichtung der Neuen Pressegesellschaft.

Gleichzeitig formuliert das Medienhaus einen ersten Baustein einer Quartiersentwicklung in der sogenannten Ulmer Neustadt. Das heterogene und durch den Straßenverkehr dominierte Viertel soll wieder an sein ursprüngliches, der Gründerzeit entstammendes Stadtbild angelehnt und von öffentlichem Grün geprägt werden.

Wesentlich ist dabei eine maßstäblich angemessene Gestaltung des vorgegebenen Bauvolumens. Durch die Ausbildung von Fugen und Fassadeneinschnitten wurde das Gebäude strukturell gegliedert und kontextuell integriert. Eine diagonale Achse durchschneidet den Baukörper und definiert einladende Zugangssituationen.

Die Achse ergibt sich aus der spezifischen Lage des Grundstücks, das sich in direktem Bezug auf das Ulmer Münster im Süd-Westen und in entgegengesetzter Richtung auf den Stadtpark “Alter Friedhof“ befindet. Das Wahrzeichen der Stadt wird so zum Anlass einer räumlich wirksamen Intervention und zugleich bildhaft in Szene gesetzt.

Blickachse Ulmer Münster – Alter Friedhof
Erdgeschoss
Obergeschoss 01
Obergeschoss 05

Eine halböffentliche Passage im Erdgeschoss macht die Fuge erlebbar und führt den Weg aus der Ulmer Kernstadt direkt fort. Die über Eck situierte Cafeteria verknüpft das Medienhaus zusätzlich mit der Nachbarschaft. In den Obergeschossen wurde die diagonale Gebäudefuge zum kommunikativen Herzstück mit attraktiven und vielfältig nutzbaren Arbeits- und Aufenthaltsbereichen.

Über offene Treppen sind die einzelnen Abteilungen miteinander vernetzt, was den interdisziplinären sowie informellen Austausch fördert. Ein Atrium und ein begrünter, überdachter Innenhof ergänzen diese multifunktionale Kernzone.

Nach außen erkennbar zeigt sich die Tragstruktur in den Motiven von Säule und Architrav. Durch eine horizontale Betonung der Fassade wird Offenheit und Durchlässigkeit vermittelt. Mineralische Oberflächen korrespondieren mit den umliegenden Gebäuden.

Die Innenhoffassaden wurden wie Futterale in Form von fein gegliederten Holz- bzw. Holz-Metall-Verbundfassaden ausgeführt. Großformatige Holzschiebefenster in den Staffelgeschossen rahmen spektakuläre Ausblicke.

Realisierung:

Stetter, Veronika (Teamleitung)
Bader, Belinda (Projektleitung)
Hazard, Christopher (Projektleitung)
Dallmann, Christoph
Doblinger, Eva
Gil Muñoz, Leticia
Karahan, Özge
Köppl, Simon (Fassadenplanung)
Körber, Nick (Fassadenplanung)
Leicht, Anna
Mühle, Lukas
Papen, Sarah
Peneva, Elena
Trianti, Alexandra
Weis, Stephanie
Weyer, Johannes

Wettbewerb:

Vogeley, Philipp (Leitung)
Uchal, Patrik (Projektleitung)
Fohmann, Kim
Kochhan, Simon

Fachplaner:

albrings + müller AG, Stuttgart (Projektsteuerung)
Boll Partner für Tragwerke Beratende Ingenieure VBI Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Stuttgart (Tragwerksplanung, Objektplanung Verbau)
Ernst2 Architekten AG, Stuttgart (Objektplanung)
knippershelbig GmbH, Stuttgart (Fassadenplanung)
Schreiber Ingenieure Systemplanung GmbH, Ulm (HLSK+GA)
Neher Butz Ingenieur-Büro für Gebäudetechnik GmbH, Senden (Elektrotechnische Gebäudeausrüstung)
umt Umweltingenieure GmbH (Bauphysik, Brandschutz)

Bauausführung:
Grüner und Mühlschlegel Bauunternehmen GmbH & Co. KG, Biberach (Rohbau)
Ed. Züblin AG Direktion Ulm (Generalübernehmer)

Wettbewerb:
hhpberlin (Brandschutz)
knippershelbig (Tragwerk)
Transsolar Klimaengineering (Klima & Energie)

Fotografie:

Brigida González