Herz Jesu Kirche, München

Realisiert 2000
Wettbewerb 1996, 1. Preis
Ort: München
Themen: Kultur, Innenarchitektur
Bauherr: Katholische Pfarrkirchenstiftung Herz Jesu
Bruttogrundfläche: 1.450 m²
Bruttorauminhalt: 16.750 m³
Leistungsphasen: LPH 1–9

Die Herz Jesu Kirche in München ist eine von mehreren modernen Kirchengebäuden, die zur Jahrtausendwende in Deutschland fertig gestellt wurden. Seit 20 Jahren ist sie eines der Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den international anerkannten Ikonen des Sakralbaus.

Das architektonische Konzept basiert auf Herausarbeiten und Integration von Gegensätzen. In der Kirche wird Grenzüberschreitung als strategisches Prinzip formuliert – Verwandlung und Transformation in der Architektur statt Verwendung unumstößlicher Dogmen.
 

Die eindeutige Kubatur des Kirchenbaus löst sich durch eine vieldeutige, sich verändernde Oberfläche auf. Die Grenze zwischen Innen und Außen wird nicht definitiv vorgegeben, sondern situativ eingestellt. Dazu wurde die Kirche als Raum im Raum konzipiert – der innere Raum ist von einer Hülle aus Ahornlamellen umgeben, der äußere wird von einer Fassade aus Glas ummantelt.

Die Herz Jesu Kirche setzt Transzendenz baulich um: Im Raum werden Erfahrungen möglich, die jenseits realer Sinneswahrnehmungen liegen. Entscheidend ist dabei die Inszenierung des Lichts. Eine diffuse Helligkeit prägt den sakralen Raum, deren Quelle, deren Herkunft durch die Anordnung der beiden Kuben mit ihren gegensätzlichen Materialeigenschaften ungewiss bleibt.

Luftbild
Lageplan
Längsschnitt
Erdgeschoss

Das Eingangsportal der Kirche bilden zwei intensiv blaue Glastore, die sich an besonderen Feiertagen komplett öffnen lassen. Sie stammen von Alexander Beleschenko und bilden den Auftakt zum religiösen Bildprogramm der Kirche, das gemeinsam mit mehreren Künstlern erarbeitet worden ist: Der Kreuzweg zwischen den beiden Kuben von Matthias Wähner, die Altarwand von Lutzenberger und Lutzenberger sowie das im Kirchenboden eingelassene Werk „Die Verehrung der Fünf Wunden“ des Münchner Künstlerduos M+M.

Sanierung 2025

Realisierung:

Hengher, Karin (Projektleitung)
Frank, Michael
Gall, Annette
Rath, Susanne

Wettbewerb:

Hengher, Karin
Ritter, Olga

Fachplaner:

realgrün Landschaftsarchitekten, München (Landschaftsarchitektur)
Ingenieursgesellschaft mbH Hagl, München (Tragwerksplanung)
Ingenieurbüro für Fassadentechnik R+R Fuchs, München (Fassade)
HL Technik AG, München (Technische Gebäudeausrüstung)
Ing.Gemeinschaft Beneke, Daberto + Partner, München (Akustik)
George Sexton Associates, Washington, USA (Lichttechnik)
Roswitha Allmann, Allmann Design, München (Konzept/Grafik Glasdruck Seitenschiff)

Fotografie:

Brigida González​
Kim Fohmann
Jens Passoth
Christian Richters
Rainer Viertlböck (Luftaufnahme)

 

2002  Preis des Deutschen Stahlbaus, Anerkennung
2001  European Union Prize for Contemporary Architecture, Mies van der Rohe Award, Nominierung
2001  Licht Architekturpreis 
2001  Holzbaupreis "International Ligna Plus Award
2000  GE Edison Award of Excellence in Lighting Design (George Sexton, Washington)