Dornier Museum, Friedrichshafen

Realisiert 2009
Wettbewerb 2006, 1. Preis
Ort: Friedrichshafen
Thema: Kultur
Bauherr: Dornier Stiftung für Luft- und Raumfahrt
Bruttogrundfläche: 9.534 m²
Bruttorauminhalt: 61.100 m³
Leistungsphasen: LPH 1–8

Das Luft- und Raumfahrtmuseum von Dornier steht für eine prägnante, gebäudetypologische Umsetzung der besonderen Lage direkt am Flughafen Friedrichshafen. Das architektonische Konzept bündelt das Ausstellungsprogramm unter einem Dach und gestaltet den Raum gleichsam als Bühne.

Das Museumsgebäude ist über einem bogenförmigen Rollweg erbaut, der wie eine Abbiegespur dem eigentlichen Rollfeld vorgelagert ist. Damit ist es direkt an die Start- und Landebahn des Flughafens angebunden.

Lageplan

Im Gebäudeinneren ergibt sich aus der besonderen Lage die Raumkonfiguration: Das Außen dringt nach innen, die scheinbare Funktion gibt die Form vor – aus den Besuchern werden Rezipienten, die mit dem Standort und der Ausstellung ihre Wahrnehmung im Bezug zum Gestern und Heute reflektieren und prüfen können.

Erdgeschoss
Obergeschoss 01

Der kontextbezogene, architektonische Lösungsansatz wird fortgesetzt, indem das Gebäude in seinem industriellen Ausdruck auf einen Flugzeug-Hangar verweist, der in seiner Form auf die museale Nutzung angepasst wurde.

Es sind sowohl Ausstellungsflächen als auch eine Halle für Flugzeuge integriert. Transparente Tore grenzen das Gebäude zum Flughafen hin ab und ermöglichen den Besuchern einen kontinuierlichen Bezug zum laufenden Flugbetrieb.

Licht spielt im Entwurf des Museums-Hangars eine wesentliche Rolle. Die Fassade aus lichtdurchlässigem Polycarbonat schafft eine helle und klare Atmosphäre in den Ausstellungsbereichen.

Der amerikanische Lichtkünstler James Turrell hat im Rahmen der „Architectural Light“ die Installation „Night Flight“ für das Dornier Museum entworfen. Das Gebäude wird seit seiner Fertigstellung im Jahr 2009 täglich nach Sonnenuntergang durch differenzierte, interagierende Farbschichtungen akzentuiert.

Wettbewerb:

Klein, Robert (Projektleitung)
Ernst, Uwe
Thomas, Katharina

Realisierung:

Karlheim, Frank (Projektleitung)
Killius, Christof
Liese-Schaich, Kerstin
Oberleitner, Lisette
Prikic, Ana

Fachplaner:

Werner Sobek Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung)
Laux, Kaiser & Partner Ingenieursgesellschaft, Stuttgart (Technische Gebäudeausrüstung)
Grego, Zürich (Innenarchitektur)
Atelier Brückner, Stuttgart (Ausstellungsarchitektur)
R+R Fuchs, München (Fassadenplanung)
Transsolar Energietechnik, München (Energieberatung)
Bobran Ingenieure, Stuttgart (Bauphysik)

Fotografie:

Brigida González
Jens Passoth
Florian Holzherr (Nachtaufnahme James Turell)

 

Hugo Häring Auszeichnung 2014

Chicago Athenaeum Award 2010

Preis des Deutschen Stahlbaues 2010