Erweiterung Mittelschule Königsbrunn

VgV-Verfahren 2025, 1. Preis
Ort: Königsbrunn
Nutzung: Bestandsentwicklung, Bildung, Holzbau, Sport, Wohnen
Bauherr: Stadt Königsbrunn

Die städtebauliche Besonderheit der neuen Mittelschule liegt in seiner exponierten Lage am Stadtrand von Königsbrunn. Der Neubau ermöglicht die Errichtung einer Schule im Grünen mit Weitblick in alle Richtungen. Dieser besondere Mehrwert soll durch die optimale Ausrichtung der Klassenräume genutzt werden. Gleichzeitig wird über die Positionierung des Neubaus auch dem umgebenden Freiraum eine neue Bedeutung zukommen. Dieser wird in dem Entwurfsprozess gleichwertig mitgedacht und entwickelt.

Lageplan

Der Lösungsvorschlag nimmt die Grundidee des in der Machbarkeitsstudie untersuchten südlichen Erweiterungsbaus auf. Dieser wird jedoch leicht aus der Gebäudeflucht des Bestandes heraus gerückt, und nimmt damit die im Bestand existierenden leichten Vorsprünge der Gebäudevolumetrie wieder auf. Durch die Versätze entstehen differenzierte Außenräume, die unterschiedlich bespielt werden können.

 

Der bestehende Schulbau an der Römerallee aus dem Jahr 2002 weist in seiner Typologie einige Besonderheiten auf, die in dem Prozess herausgearbeitet, bewertet und optimiert werden. Ziel ist es, einen Neubau zu entwickeln, der mit dem Bestandskörper in Dialog tritt und diesen sinnvoll ergänzt. Der Bestandsbau mit seinem klaren Raster und den großzügigen Räumen bietet viel Potential zur Um- und Weiternutzung. Mit nur geringfügigen strukturellen Eingriffen lassen sich hier ein Großteil der Fachräume und allgemeinen Bereiche für den zukünftigen Schulbetrieb abbilden.

Grundriss EG

Die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes mit Lernclustern (Lernwohnungen) in einer quadratischen Grundform wurde im Planungsprozess untersucht. Die Zusammenfassung von jeweils zwei Lernwohnungen bzw. Jahrgangsstufen pro Geschoss bietet sich dabei als funktionale und pädagogisch sinnvolle Lösung an. Als verbindendes Element zwischen den Einheiten dienen übergeordnet nutzbare Bereiche wie Fachräume, Differenzierungsräume und Teamräume.

Das zentrale Element dieses Konzeptes ist die räumliche Mitte – der sogenannte Marktplatz, der als gemeinschaftlicher Treffpunkt und Ort des Austausches dient. Eine radiale Anordnung der Klassenräume um diesen Mittelpunkt herum ermöglicht eine gleichwertige Ausrichtung und Belichtung aller Lernräume.

Grundriss OG 1
Schnitt
Fassadenschema

Diese Organisation stärkt den Gemeinschaftssinn und fördert die Identifikation mit der Schule. Kooperation, Teamfähigkeit und Selbstlernkompetenz werden in einem Umfeld gefördert, das Geborgenheit und Zugehörigkeit vermittelt. Gleichzeitig entsteht eine flexible Architektur, die mittel- und langfristige Veränderungen zulässt – etwa durch anpassbare Raumkonfigurationen, mobile Wände oder modular einsetzbare Möblierung.

 

 

Potentiale Bestandsbau und Freiflächen
Freiflächen

 

 

Die großzügige Freifläche im Südwesten kann als weitläufiger Spielpark gestaltet werden, der auch neue Sportangebote unterbringt. Die üppige Fassadenbegrünung des Bestandes findet sich auch im Neubau in Form von gebündelten Grünelementen wieder. 

Der Lichthof des Neubaus soll eine hinreichende Größe erhalten um als qualitätsvoller Grünraum (Grünes Klassenzimmer) zu funktionieren und die Dachflächen können je nach bedarf aktiviert und nutzbar gemacht werden.

 

 

Schnitt Nord-Süd
Ansichten Süd und Ost

 

 

Wettbewerb:

Vogeley, Philipp (Leitung)
Ritter, Mascha
Adler, Jakob
Jüngling, Maximilian
Oestreicher, Anna
Kuppel, Hanna
Brenneis, Naomi
Gil Muñoz, Leticia

Realisierung:

Gil Muñoz, Leticia (Projektleitung)
Flohrer, Lukas
Trianti, Alexandra