Wertstoffhof plus, München

Realisiert 2026
VgV-Verfahren 2018
Ort: München
Thema: Infrastruktur
Bauherr: Landeshauptstadt München, Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM), Baureferat Hochbau 2 (Projektleitung)
Bruttogrundfläche: 3.555 m²
Leistungsphasen: LPH 1–5

Eingebettet zwischen MVG-Depot und Bahngleisen in München Steinhausen liegt der neue Wertstoffhof plus. Der Neubau markiert die südwestliche Ecke des Gesamtareals und schließt in Höhe und Breite an den benachbarten, ebenfalls von allmannwappner realisierten Betriebshof Ost an – gemeinsam definieren die beiden Gebäude eine räumliche Kante des Areals zum Bahngelände.

Lageplan mit angrenzendem Betriebshof Ost
Erdgeschoss

Die Volumetrie des Neubaus entwickelt sich aus den funktionalen Bedingungen des Infrastrukturgebäudes: Ein- und Ausfahrt liegen zentral, Anlieferung und Parken folgen einer diagonal gezackten Anordnung der Container. Dieses Muster überträgt sich auf die Fassade – gefaltete, gekantete Bleche nehmen die Zackung in unterschiedlicher Tiefe auf, machen die Organisation von außen ablesbar und fassen zugleich die einzelnen Gebäudeteile zu einem Gesamtkomplex zusammen.

Der Baukörper besteht aus drei zusammengefassten Teilen: Sozialgebäude, Lagergebäude und Überdachung. Zwei schmale Gebäuderiegel, Sozialgebäude im Norden und Lagergebäude im Süden, rahmen den dazwischenliegenden, nach Westen offenen Kundenbereich. Die Halle setzt sich räumlich bis zu einem Geländesprung auf der Kundenplattform fort und wird südlich von den ebenerdigen Containerstellflächen begrenzt.

Der abgesenkte interne Werksverkehr liegt getrennt von der höher liegenden Kundenplattform, was zugleich das Befüllen der Container von oben ermöglicht. Im Erdgeschoss des zweigeschossigen Sozialgebäudes orientiert sich das öffentlich zugängliche Büro mit Kundentheke zum überdachten Ein- und Ausfahrtsbereich sowie zur Kundenplattform im Westen und ermöglicht so die Aufsicht über die Abläufe. An der zentralen Kundeneinfahrt wird die Begrünung des Gebäudes auch an der Fassade sichtbar. Das extensiv begrünte Dach führt diesen Ansatz weiter. Hier versorgen Oberlichter die Innenräume mit Tageslicht, während die Dachfläche mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist.

Realisierung:

Sauer, Manfred (Teamleitung)
Dünstl, Barbara (Projektleitung)
Ehrminger, Kristina (Projektleitung)
Wolfrum, Jakob (Projektleitung)
Gross, Eugenia
Konuk, Victoria
Nieberle, Magdalena
Scholz, Andreas
Thomas, Sebastian

Fachplaner:

Smaranda Marculet-Petrescu (Objektplanung LPH 5)
Fruth Studio für Architektur (Ausschreibung, Bauleitung)
AJG Ingenieure GmbH, München (Brandschutz, Tragwerksplanung)
IHE - Innovative Hybrid Elektroplanung, Fürstenzell (ELT-Planung)
Gökeler Beratende Ingenieure GmbH, München (TGA, HLSL-Planung)
OK Landschaft, München (Freianlagenplanung)
BZS-Bauphysik GmbH, Augsburg (Bauphysik)

Fotografie:

Kim Fohmann