Gymnasium Markt Indersdorf – Erweiterungsbau

2019
Ort: Markt Indersdorf
Themen: Bildung, Holzbau, Klimagerechtes Design
Bauherr: Landratsamt Dachau
Bruttogrundfläche: 910 m²
Leistungsphasen: LPH 2–5

Der Erweiterungsbau für die offene Ganztagesbetreuung ist in Massivholzbauweise errichtet und ergänzt die bestehenden Baukörper, die im Jahr 2002 fertig gestellt wurden. Basis für den Entwurf ist eine von uns erstellte Studie, die das Nutzerbedarfsprogramm der Schule in ein individuelles Raumkonzept transferiert und den geeigneten Standort festlegt. Der eingeschossige Neubau nimmt in seiner Kubatur und mit seiner Holzfassade die Form und Materialität der Bestandsgebäude auf.

Erdgeschoss
Schnitte
Lageplan

Das architektonische Konzept folgt dem Gestaltungsprinzip des offenen Grundrisses und schafft so Orte der Kommunikation, die den Sinn für Gemeinschaft stärken. Alle Flächen des Gebäudes sind flexibel nutzbar und bei Bedarf untereinander zuschaltbar. Bei Öffnung aller Türen ist ein Umlauf und eine Durchwegung des gesamten Gebäudes möglich.

Entlang der Mittelachse des Gebäudes befinden sich die Funktionskerne mit Sanitär-, Lager- und Technikräumen. Sie werden von je zwei Gruppenräumen und einem Ruheraum umschlossen. Durch diese Anordnung entsteht je ein Vorraum zur Erschließung der einzelnen Gruppenräume. Die Verkehrsfläche des Gebäudes wird so auf ein Minimum reduziert. Ein großer Dachüberstand rahmt das Gebäude optisch und dient als Regen- und Sonnenschutz und bietet den Schülerinnen und Schülern einen überdachten Außenbereich.

Die Errichtung des Gebäudes in konstruktiver Massivholzbauweise ermöglicht einen sehr hohen Vorfertigungsgrad, so dass die Bauzeit für den gesamten Neubau lediglich sieben Monate betrug. Die Brettsperrholzwände werden bereits im Werk mit Fassaden-öffnungen und Aussparungen für Leitungsführungen versehen. So können die fertigen Wand- und Deckenmodule auf der Baustelle einfach aufgestellt und miteinander verschraubt werden.

Die Fertigstellung des Rohbaus erfolgte in nur zwei Wochen. Zur nachhaltigen Nutzung der Rohstoffe sind die Baustoffe sortenrein rückbaubar und sämtliche Einzelteile wiederverwertbar.

Realisierung:

Jahns, Henrike (Projektleitung)
Klein, Juliane (Leitung)
Jacob, Inès
Fraile Vasallo, Olga

Fachliche Beratung Holzbau:

Kohaus, Maren

Fachplaner:

Rabl Architekten GmbH, Markt Indersdorf (Lph 6–9)
Kammerlohr – Ingenieurbüro, Freising (Tragwerksplanung)
Bernhard Lückert Ingenieurbüro, Odelzhausen (Brandschutz)
Gutbrod Bau Physik Ingenieurbüro GmbH, Marktgröningen (Bauphysik)
Ingenieurgemeinschaft Hofer und Hölzl GmbH, Fürstenfeldbruck (HLS)
EBS Elektrotechnik Stefan GmbH, Bergkirchen (Elektroplanung)

Fotografie:

Brigida González