Gestaltungsleitfaden U-Bahn München

2020
Ort: München
Thema: Infrastruktur
Bauherr: Stadtwerke München GmbH
Stationen Goetheplatz, Nordfriedhof, Giselastraße und Dietlindenstraße

Das Münchner U-Bahn-Netz umfasst insgesamt 100 Kilometer Tunnelstrecke und 97 Bahnhöfe. Mehr als vierzig von ihnen sollen in den kommenden Jahren saniert werden.

Mit einem übergeordneten Gestaltungskonzept, das für alle anstehenden Modernisierungen gültig ist, möchte die SWM eine konzeptionierte Vorgehensweise festlegen und ein homogenes Erscheinungsbild für alle Stationen etablieren. Dabei sollen die identitätsstiftenden Elemente der ursprünglichen Linienkonzepte aus den 70er und 80er Jahren erhalten bleiben.

Leitgedanke des gesamten Konzeptes ist der respektvolle ressourcenschonende Umgang mit Substanz und Material. So bleiben schützenwerte charakteristische Elemente des Bestandes – wie beispielsweise farbige Keramiken oder Wandreliefs – erhalten und werden mit wenigen Eingriffen inszeniert und in eine zeitgemäße Architektur transferiert. 

Matrixanalyse Beleuchtung
Matrixanalyse Stützen
Matrixanalyse Übersicht
Material

In einer speziell für die Anforderungen der Stadtwerke München erarbeiteten Matrix wurden zunächst alle Bedarfe erfasst und sämtliche Gestaltungselemente wie Böden, Wände, Decken, Stützen und Beleuchtung kategorisiert. Die Matrix umfasst auch eine Auflistung der technischen Anforderungen und dient als Basis für das Gesamtkonzept der Modernisierung, in dem sie sowohl bahnhofs-, als auch linienspezifische Potenziale erfasst und sie individuell definiert.

Parallel dazu wurden neue linienspezifische Leitthemen entwickelt und eine Vorgehensweise zur Umsetzung in Architektur empfohlen. Dabei werden nicht nur die Ebenen der Bahnsteige, sondern auch die Teilbereiche des Übergangs, des Sperrengeschosses und des Zugangsbauwerks mit einbezogen.
 

Identität
Transformation
Bestehende und neue Potenziale Sprerengeschoss und Bahnhof
Strategie der Sanierung


Das Sanierungskonzept umfasst brandschutztechnische Modernisierungen, Sicherheitsverbesserungen, Barrierefreiheit, Schadstoffsanierungen und den Austausch einer Vielzahl an Bauelementen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Diese notwendigen technischen Ertüchtigungen mit den hohen gestalterischen Anforderungen in Einklang zu bringen, und im laufenden Betrieb umzusetzen, erfordert eine schrittweise Transformation der Bauwerke. Aus diesem Grund beinhaltet die Planung zusätzlich eine prozessorientierte, flexible und sukzessive Vorgehensweise mit mehreren in sich abgeschlossenen Interims-Zuständen.

Consulting & Projektentwicklung:

Thomas, Katharina (Leitung)
Juszczyszyn, Katarzyna (Projektleitung)
Nitsche, Maurice Fabien (Projektleitung)
Schneider, Melanie
Jantzen, Katja
Kaehler, Rhabanus
Shcherbakov, Pavel

Fachplaner:

luxophil lighting Fischer & Rohr Architekten PartG mbB, München (Lichtplanung)

Visualisierung:

Grauwald Studio