Texoversum, Reutlingen

Realisiert 2023
Gutachterverfahren 2019, 1. Preis
Entwurf in Kooperation mit Menges Scheffler Architekten, Frankfurt und Jan Knippers Ingenieure, Stuttgart
Ort: Reutlingen
Nutzung: Bildung, Büro, Industrie, Generalplanung
Bauherr: Südwesttextil e.V. Stuttgart
Bruttogrundfläche: 4.112 m²
Leistungsphasen: 1–8

Als Teil eines Ensembles wurde das Texoversum, ein Lehr-, Forschungs- und Innovationszentrum der Querschnittstechnologie Textil, im Rahmen des Masterplanes für die Erweiterung des Campus Reutlingen entwickelt und umgesetzt. Der Neubau setzt sich als kraftvoller und gleichzeitig kommunikativer Baustein in das städtebauliche Gefüge der Hochschule.

Das Entwurfsthema textiles Bauen spiegelt sich sowohl strukturell in der internen Verwebung der Funktionen wider, als auch in der repräsentativen identitätsstiftenden Gebäudehülle. Die erstmalig so umgesetzte Fassade aus Kohlenstoff- und Glasfasern, repräsentiert die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit faserbasierter Werkstoffe und textiler Techniken.

Lageplan

In einem robotischen Wickelprozess wird jedes einzelne Fassadenelement individuell an die Erfordernisse der Nutzung angepasst. Ausgehend von fünf Basismodulen, transformieren sich die Elemente entsprechend dem Sonnenverlauf und bilden ein einzigartiges, vielschichtiges Erscheinungsbild. 

Die Elemente sind komplett selbsttragend und benötigen keine unterstützende Tragstruktur. Ihre versetzte Anordnung erlaubt freie Durchblicke. Neben den funktionalen Anforderungen wie Absturzsicherung und außenliegendem Sonnenschutz, erfüllt die Fassade ästhetische und repräsentative Ansprüche.

Durchlässigkeit und Vernetzung als zentrale Elemente des architektonischen Konzepts, setzen sich in der Konzeption des Baukörpers fort. In der inneren Struktur ist das Texoversum als offenes, transparentes Gebäude mit Split-Leveln gestaltet.

Die halbgeschossig versetzten Ebenen, die über das Atrium auch visuell miteinander verwoben sind, verbinden die unterschiedlichen Nutzungsbereiche miteinander und bilden ein räumliches Kontinuum, das in einer großzügigen Dachterrasse seinen Abschluss findet.

Grundriss Ebene 0-0
Grundriss Ebene 2-5
Schnitt

In ihrem Erscheinungsbild sind sie geprägt von einem robusten Werkstattcharakter mit Industrieestrich- und Sichtbetonflächen sowie offen installierten Technikdecken. Das offene Raumkonzept schafft eine gemeinschaftliche Arbeitsatmosphäre für die unterschiedlichen Nutzergruppen und bietet Plattformen für lebendigen Austausch.

Die Verwendung von Farbe im Innenraum unterstreicht den flexiblen, neutralen Charakter der Struktur und verbindet die verschiedenen Ebenen räumlich miteinander. Ein durchgehender Farbverlauf verspricht farbig bedruckte Textilien und erinnert an historische Gobelin-Wandteppiche. Während die gewebte Fassade mit ihren bewusst gesetzten Öffnungen den Blick von innen nach außen freigibt, bieten die Ausschnitte den Betrachtern von außen einen informellen, postkartenartigen Einblick in die Arbeitswelt des Texoversums.

Wettbewerb:

Vogeley, Philipp (Leitung)
Calavetta, Valerio (Projektleitung)
Traxler, Timm

Realisierung:

Sauer, Manfred (Teamleitung)
Bergmann, Sabrina (Teamleitung)
Thomas, Sebastian (Projektleitung)
Kim, Juae
Köppl, Simon (Fassadenplanung)
Maggi, Maurizio
Traxler, Timm
Allmann, Roswitha (Farbraum)

Fachplaner:

bwp Burggraf + Reiminger Beratende Ingenieure GmbH, München (Tragwerksplanung)
Kubus 360 GmbH, Stuttgart (Projektsteuerung)
Glück Landschaftsarchitektur, Stuttgart (Landschaftsplanung)
hhpberlin, München (Brandchutz)
Transsolar Energietechnik GmbH, München (Energietechnik)
Müller-BBM Building Solutions GmbH, Planegg (Bauphysik)
FibR GmbH, Kernen (Ausführung der äußeren Hülle)

Fotografie:

Brigida González